Selma - Lagerlöf - Grundschule, mehr als nur Schule ...

 Selma Lagerlöf

(*20.11.1858 - 16.03.1940)

 

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf wurde am 20.11.1858 geboren und wuchs auf dem elterlichen Gut Mårbacka im schwedischen Värmland auf. Nach einer Ausbildung am Höheren Lehrerinnenseminar in Stockholm war sie 1885 - 95 als Lehrerin tätig und arbeitete nach Auslandsreisen ab 1887 als freie Schriftstellerin. 1909 erhielt sie als erste Frau den Nobelpreis für Literatur und wurde 1914 Mitglied der schwedischen Akademie. 

Die Werke von Selma Lagerlöf sind jener literarischen Strömung zuzuordnen, die sich als Reaktion auf den ausklingenden Naturalismus in den 1890er Jahren in Schweden entwickelten. Den Hintergrund ihrer lyrisch - impressionistischen Romane bilden die Schönheiten Värmlands mit ihrer Herrenhofkultur und seinem Reichtum an volkstümlichen Erzählungen. Die Rückbesinnung auf die vermeintlich glücklichere und prächtigere Lebensgestaltung vergangener Zeiten und deren klare soziale Ordnung mit festen Wertvorstellungen verdrängte jedoch auf Grund ihres christlich - moralischen Anspruchs nicht die sozialen Forderungen ihrer Epoche. 

Ihr erstes und zugleich größtes erzählerisches Werk, "Gösta Berlings Saga", erschien 1891. Weitere wichtige Werke sind "Die Wunder des Antichrist" (1897), "Jerusalem" (1901), "Christuslegenden" (1904), "Mårbacka" (1922), "Löwensköld - Trilogie" (1925-29), "Aus meinen Kindertagen" (1930). Als Lektüre für den Schulgebrauch  schrieb sie "Nils Holgerssons underbare Resa genom Sverige" - "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Widgänsen" (1906/07). In der pädagogisch geschickt gewählten Form des Märchens erzählt sie von den landschaftlichen Schönheiten Schwedens und gibt einen Einblick in die Geschichte des Landes. Nils Holgersson wurde weltberühmt, auch die neuen Medien nahmen sich seiner mit Erfolg an.

Mit ihrem an der mündlichen Erzähltradition orientierten Stil und der phantastischen Stofffülle ihres erzählerischen Werkes wirkt Selma Lagerlöf noch heute auf die schwedische und internationale Erzähltradition ein.

Quelle: Harenbergs Lexikon der Weltliteratur, Autoren-Werke-Begriffe, Band 3, Verlag- und Mediengesellschaft mbH&Co.,

Dortmund 1989, 2.Auflage